Amüsanter Vortrag von Nicola Fritze: Shoppen, Kaufen und der zweite Irrtum
Bericht von Michael Baar in der IVZ Online, Tecklenburger Land - Warum Frauen shoppen und Männer einkaufen.
Ein Thema, zu dem doch alles gesagt ist? Mag sein, aber Nicola Fritze hat ihre Sicht der Dinge. „Think Gender“, rät die Pädagogin, Referentin und Trainerin. „Das hört sich besser an als Denk an das Geschlecht“, liefert sie die Übersetzung nach. Ihr Publikum, die Vertreterversammlung der Volksbank Tecklenburger Land in Ibbenbüren, hat die schlanke Frau schnell im Griff.
„Shoppen und Einkaufen ist ein gewaltiger Unterschied“, stellt sie fest. Für die überwiegend männlichen Zuhörer keine Neuigkeit. Wie sie diesen Unterschied erklärt, gerät zu einer vergnüglichen Dreiviertelstunde. Nicola Fritze erzählt „von dem einzigen Mal, als ich meinen Mann einkaufen geschickt habe“. Sie habe auf der Terrasse gelegen, als er wiederkam. „Er sah glücklich aus.“ Den Grund sagt er ihr: WD 40 und Gewebeklebeband waren im Angebot. „Heute weiß ich auch, das WD 40 ein Schmieröl ist.“ Schmunzeln in den Reihen der Männer.
Vor der Umkleide warten, weil die Frau Klamotten anprobiert. Wie viel Zeit Mann dort verbringt? Die Referentin weiß es: „Ein Jahr seines Lebens.“ Dabei reduziere der männliche Part die Einkaufszeit der Frau auf die Hälfte - wenn er mitgeht.
Balsam auf die Seelen der Männer ist die Studie zum Einkaufsverhalten von Mann und Frau. Die Aufgabe ist einfach: In einem Einkaufszentrum in einem bestimmten Geschäft eine Jeans kaufen. Untersucht worden ist das in den USA und das Ergebnis hat wohl jeder erwartet. Der Mann braucht sechs Minuten, um für 33 Dollar die Buxe zu kaufen. Die Frau gibt 876 Dollar in drei Stunden und 26 Minuten aus. Schlussfolgerung: „Männer geben mehr Geld pro Minute aus.“
So amüsant geht´s weiter. Dass Frauen länger telefonieren als Männer - weiß jeder. Dass das männliche Gehirn größer ist als das weibliche: Lange glaubte man, dass Männer deshalb intelligenter seien. „Heute weiß man, auch da kommt´s nicht auf die Größe an“, berichtet die junge Frau mit einem Lächeln.
Dann das Über-Thema: Männer können nicht zuhören. Ein erster Test bestätigt das nicht unbedingt. Der Saal hört zu. Männer verändern ihren Gesichtsausdruck nicht so stark wie Frauen. Das sieht nach Desinteresse aus, muss es aber nicht sein. Ein weiteres Vorurteil räumt Nicola Fritze aus dem Weg: Männer sprechen genau so viel wie Frauen. Zählt man die Wörter pro Tag. Der Unterschied: Frauen reden mehr im privaten Bereich, Männer mehr im öffentlichen Raum. Frauen entspannen sich beim Reden, Männer schweigen da lieber zur Entspannung.
Ob´s jeder gern gehört hat? In Haushalten, wo der Mann mit anpackt, gilt die Beziehung als glücklicher. Eine Internet-Studie, aber vielleicht einen Versuch Wert.
Der abschließende Tipp der Referentin: Die Wahrnehmung schärfen für die Unterschiede der Geschlechter in der Kommunikation. Und den Humor bewahren.
