Herzensbildung

Wissen ist Macht, heißt es, und gut ist, was man jederzeit abrufen und messen kann – vor allem in ökonomischer Hinsicht. Wir leben in einer Zeit der Zahlen, Formeln und Fakten, Zeit ist Geld, Erfolg rein materiell. Im Angesicht der Krise wird deutlich, welchen Götzen wir opfern. Unsere Wissens- und Informationsgesellschaft muss erinnert werden an ein anderes, ergänzendes Bildungsideal: die Herzensbildung. 

Im Vordergrund stehen die sozialen, emotionalen, kommunikativen, religiösen und künstlerischen Fähigkeiten des Menschen. So braucht unsere säkulare Gesellschaft den Blick auf das Unverfügbare, Heilige und die zweckorientierte Welt den Hinweis darauf, dass „der Mensch nur dann ganz Mensch ist, wenn er spielt (Friedrich Schiller)“. Lebensfreude und Gelassenheit müssen gleichermaßen vermittelt werden, soll der Mensch nicht nur Mittel, sondern nach dem Wort Kants immer Zweck bleiben. Angesichts der wachsenden Ökonomisierung aller Lebensbereiche ist Herzensbildung einzufordern. Sie zielt auf die Entfaltung von Persönlichkeit und die Formung unseres Wesens. 

Wie kann es gelingen, den Menschen in ihrer Entwicklung ein weites und sensibles Herz mitzugeben, das ihnen das Zusammenleben mit  Anderen und das Meistern der eigenen Unzulänglichkeiten erleichtert?

Redner Anselm Bilgri zeigt i diesem Vortrag, dass neben aller Fachkompetenz und Professionalität auch noch etwas anderes zählen muss: Erfahrung, Menschlichkeit und Gefühl. Nur dadurch wird erst möglich, was die alten Philosophen unter Glückseligkeit verstehen.


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