Gibt es einen Zusammenhang zwischen Diversity und Innovationsgeist?

Zukunftscoach Sven Göth über die Vorteile von Diversity ©Pexels1

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Diversity und Innovationsgeist?

Kürzlich wurden die Ergebnisse einer Studie veröffentlich, die LGBT+-Freundlichkeit (Lesbisch, Schwul, Bisexuell und Transgender) bei den DAX 30 untersuchte. Erstmalig ging die UHLALA-Group der Frage nach, wie stark sich die DAX 30-Unternehmen für eine vielfältige und diverse Unternehmenskultur einsetzen, und wie offen sie gegenüber LGBT+ sind. Die Dax-Konzerne gelten in vielen Bereichen als Leitunternehmen für die gesamte deutsche Wirtschaft. Daher geben sie auch im Bereich Diversity-Management die Richtung vor. Zumindest sollten sie das tun – aber die Realität sieht etwas anders aus.

Leadership- und Diversity-Expertin Stefanie Voss weiß aus eigener Erfahrung, dass Kreativität, Innovationskraft und die Fähigkeit zu agilem, unkonventionellen Denken und Handeln zwar immer als Wunsch in großen Organisationen artikuliert wird, die Umsetzung jedoch an starren Strukturen und althergebrachten Machtgefügen scheitert.

Das Ergebnis des DAX 30 LGBT+ Diversity Index zeigt klar, welchen Effekt gelebte Diversity hat: Die „TOP- 5-Unternehmen“ der Untersuchung zählen auch zu den weltweit innovativsten Unternehmen. So beispielsweise auch SAP, das den ersten Platz erreichte. Mit einem Führungsduo aus Mann und Frau auf der CEO-Position zeigt sich die Relevanz von Gender-Diversity bei SAP ganz bis an die Spitze der Organisation.

Die DAX-Konzerne sind jedoch insgesamt keine Vorreiter, sondern stehen in ihrer Gesamtheit bei diesem Thema nicht besser da als andere Unternehmen in Deutschland. Laut der „Charta der Vielfalt“, die eine Studie zum Diversitymanagement 2016 durchführte, setzen nur etwas mehr als ein Drittel aller Unternehmen auf Maßnahmen zur Steigerung von Vielfalt.

Diese Ergebnisse überraschen 5 Sterne Rednerin und Weltumseglerin Stefanie Voss nicht: „Es ist ein Jammer. Viele, gerade große Konzerne bewegen sich wie große, behäbige Tanker, während kleinere und modernere Unternehmen wendig und agil daherkommen. Das Festhalten am Status Quo herrscht in Großkonzernen vor. Erst wenn verstanden wird, welch wichtiger Erfolgsfaktor die Diversität ist, dann bewegt sich etwas.“

Ihr Vortrag „Living Diversity: Raus aus der Komfortzone, rein in die Vielfalt“ befasst sich mit den Themen Gender und Diversity. Sie zeigt anschaulich die trügerische Falle auf, die entsteht, wenn der Status Quo kultiviert wird. Die international gebuchte Keynote Speakerin ist davon überzeugt, dass sich Unternehmen allgemein aus ihrer buchstäblich zementierten Komfortzone heraus bewegen müssen, damit sich mehr Chancen in der Entwicklung ergeben können. Nur durch neue Impulse und Potenziale können Markt- und Wettbewerbsvorteile erlangt werden. „Das ist jedoch wirklich unbequem, anstrengend und braucht Zeit und den unbedingten Willen zur Erneuerung. Damit Diversity und Gender ernsthaft in Unternehmen umgesetzt werden, müssen sie Teil der gesamten Firmenstrategie werden. Ein paar hübsche Diversity-Ziele in der Firmenbroschüre reichen nicht, sie sind eine reine Feigenblatt-Strategie. Der schwierigste Part ist die kontinuierliche Umsetzung in allen Bereichen, allen Ebenen und allen Prozessen eines Unternehmens – doch das zahlt sich aus!“, betont die 5 Sterne Rednerin Stefanie Voss mit Blick auf den DAX 30 LGBT+ Diversity Index.

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