Der Bitcoin zwischen Hype, Blase und Regulierung

Zukunftsforscher Michael Carl spricht über Bitcoins. pixabay © CCO Public Domain1

Der Bitcoin zwischen Hype, Blase und Regulierung

Wie keine andere Kryptowährung sorgt der Bitcoin in den letzten Monaten und Wochen immer wieder für Schlagzeilen. Für die einen bedeutet der Bitcoin der Aufbruch in eine neue Zeit, andere sehen ihm ein Spekulationsobjekt, das sich zu einer Finanzblase entwickelt hat. Der Chef der US-Investmentbank J.P. Morgan spricht beim Bitcoin sogar von Betrug, die Europäische Zentralbank nennen Bitcoins „zutiefst unseriös“. Zahlreiche deutsche Medien berichteten kürzlich über die staatlichen Eingriffe und geplanten Regulierungsmaßnahmen bei Kryptowährungen in China und Russland.

Anders ist die Situation in Japan. Nachdem die japanische Finanzaufsicht bereits im April 2017 Bitcoins als gesetzliches Zahlungsmittel anerkannt hat, hat sie nun elf Unternehmen offiziell erlaubt, Devisengeschäfte mit Bitcoins zu betreiben. Im Gegensatz zu China baut Japan dadurch seine Position im Bitcoin-Geschäft weiter aus und hat die internationale Führungsrolle auf dem Gebiet übernommen. 5 Sterne Redner und Zukunftsforscher Michael Carl setzt sich seit Jahren mit alternativen Bezahlsystemen auseinander. Als Leiter der Trendstudie zur Zukunft der Banken stellte der Managing Director Research & Consulting des 2b AHEAD ThinkTanks bereits fest, dass Finanzunternehmen zunehmend durch Kryptowährungen unter Druck geraten werden. „Dass gerade die Institutionen, die eigens für die Kontrolle von Geld geschaffen wurden, vor den Risiken der Digitalwährungen warnen, kann uns nicht wundern: Eben diese Institutionen sind in ihrer Existenz durch Digitalwährungen bedroht“, so Carl. „In einer Welt der Bitcoins ist für Zentralbanken kein Platz mehr.“

„Durch die Digitalisierung steht der gesamten Finanzbranche ein Umbruch bevor“, sagt der 5 Sterne Redner. Sein Vortrag „Die Zukunft des Geldes und des Bezahlens“ setzt sich intensiv mit dieser aktuellen Thematik auseinander. Diese Entwicklung trifft die Finanzbranche zu einem Zeitpunkt, an dem viele ihrer Unternehmen ohnehin unter starkem Druck stehen: Startups bieten Kunden klassische Bankprodukte an – oft mit einer höheren Individualität und meist kostenlos. Der Aufwand der Regulierung steigt und in der Niedrigzinsphase versiegen die traditionellen Erlösquellen von Banken. „In Summe ist dies für viele Finanzinstitute bereits existenzgefährdend, jedenfalls werden Banken in sehr naher Zukunft ihr gesamtes Geschäftsmodell neu entwickeln müssen“, sagt Zukunftsforscher Michael Carl. Er wirbt in seinem Vortrag dafür, noch in diesem Jahr konkrete Projekte mit Bitcoin, Ether und co aufzulegen. „Ob die Digitalwährungen hier Chance zum Neuanfang oder größte Bedrohung und zusätzlicher Stressfaktor sind, hängt einzig von der Einstellung der Unternehmen selbst ab“, so Carl in seinem Vortrag.

Nach den Erkenntnissen von Michael Carl wird virtuelles Geld, Cyber-Geld oder das Zahlungssystem Bitcoin schon bald das gedruckte Geld, wie wir es kennen, in vielen Feldern ablösen. „Neue digitale Wettbewerber, die – wie FinTechs – auch strategische Treiber sind, werden künftig die Kundenschnittstellen der klassischen Universalbanken besetzen. Diese müssen daher ihre Struktur, ihre Organisation und ihre Prozesse neu ausrichten, um auch in Zukunft erfolgreich agieren zu können“, prognostiziert der 5 Sterne Redner.

Das könnte Sie auch interessieren