Boris Nikolai Konrad sieht Chat-Roboter für Hotlines auf dem Vormarsch

Dr. Konrad erforscht die Geheimnisse und Fähigkeiten unseres Gehirns.

Kürzlich bezog Hirnforscher, Superhirn und 5 Sterne Redner Dr. Boris Nikolai Konrad Stellung zum Vergleich „menschliche Hirnleistungen gegenüber Software wie Chat-Robotern“. Anlass waren Untersuchungen der Stiftung Warentest Ende September. Die Tester verglichen elf Telefon-Hotlines, vier Chat-Roboter und vier Live-Chats von Telekommunikationsanbietern. Stiftung Warentext kam zu dem ernüchternden Ergebnis: „Viele Berater sind nett, aber ahnungslos” und „Die Chat-Roboter sind meist völlig überfordert”.

Keiner der Anbieter erhielt mehr als die Note „befriedigend“ und das, obwohl die Fragen bewusst keine technischen, komplexen Sachverhalte betrafen. Getestet wurde Alltägliches wie z.B. die kindgerechte Einstellung eines Smartphones oder die Sperrung der Rufnummer. Gedächtnistrainer Dr. Boris Nikolai Konrad, der sich im Zuge seiner wissenschaftlichen Arbeiten mit künstlicher und menschlicher Intelligenz beschäftigt, überraschten die Ergebnisse nicht. „Die Roboterchats haben nicht sonderlich gut abgeschnitten, was mich beim heutigen Stand der Technik nicht überrascht. Die exponentielle Entwicklung der Technik aber wird dafür sorgen, dass sich das bald rasant ändert“, resümiert der Hirnforscher.

Dr. Konrad unterstreicht seine Aussage durch das Beispiel Google. Der Internetkonzern hat auf seiner letzten Entwicklerkonferenz einen Telefonroboter vorgestellt, der für Kunden telefoniert. Es wurde danach behauptet, es habe sich um eine Inszenierung gehandelt. Der Gedächtnistrainer ist sich aber sicher, dass die Entwicklungen tatsächlich so weit fortgeschritten sind. Mit Blick auf die schon vorhandenen Möglichkeiten sagt Dr. Konrad: „Schon heute wird man in einigen Fällen verblüffend gute Antworten vom Roboter erhalten - leider aber auch totalen Unsinn. Die Entwicklung wird aber mit jedem Tag besser!“

Auch zu den Fragen, die das Team von Stiftung Warentest für die Untersuchungen einsetzte, äußert sich der Neurowissenschaftler: „Ich habe beim Test auch den Eindruck, zumindest bei den gezeigten Beispielfragen, dass bewusst Fragen gewählt wurden, die nicht nur mit einem einfachen ‚Ja oder Nein’ zu beantworten sind. Es sind durchaus realistische Fragen, klar - aber ein großer Teil der Fragen, die Hotlines erhalten, bezieht sich eben doch nur auf Preise und Verfügbarkeiten. Das ist für die heutige Generation von Bots schon recht gut zu beantworten. Spannend ist in diesem Zusammenhang außerdem, dass im Vergleich zu den Bots die menschlichen Chat-Partner nicht besser abgeschnitten haben und ebenso mit befriedigend oder mangelhaft beurteilt wurden.“

In Vorträgen demonstriert Superhirn Dr. Konrad, welche Rolle künstliche Intelligenz in unserem Alltag bereits spielt. Es gibt es schon jetzt Computerprogramme, die intelligenter sind als wir Menschen - zumindest in bestimmten Bereichen. In seinem Vortrag „Künstliche Intelligenz - bleiben wir schlauer als die Roboter“ räumt der 5 Sterne Redner mit der verklärten und nicht realistischen Vorstellung von R2D2 oder anderen humanoid wirkenden Robotern auf. Stattdessen zeigt er anhand von Beispielen, wozu die Technik heute wirklich in der Lage ist und was wir in Zukunft zu erwarten haben.

Fest steht für den Gedächtnistrainer, dass wir trotz aller technischen Möglichkeiten - inklusive Chatbots - einen menschlichen Gesprächspartner vorziehen. Trotzdem ist Boris Nikolai Konrad sich sicher: „Sobald die Qualität der Bots besser wird, und das wird sie, ändert sich auch unsere Präferenz. Denn: Wer will schon zehn Minuten in der Warteschlange warten, wenn eine intelligente Software die gewünschte Auskunft ebenso schnell bei gleicher Qualität präsentiert?"

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