Vertrauensverlust und Disruption setzen Finanzwelt unter Druck

Sven Enger und Stefan Jenzowsky.

Bezahldienste von Hightech-Konzernen wie Apple Pay, Google Pay oder Amazon Cash setzen bereits seit einiger Zeit traditionelle Banken und Finanzdienstleister unter Druck. Hinzu kommen die Entwicklungen auf dem Gebiet der Kryptowährungen. Auch das Thema Künstliche Intelligenz hat zunehmend Einfluss auf die Finanzbranche. Es entstehen kontinuierlich neue, bequeme Produkte für den Endkunden, die durch einfach zu beherrschende Software ermöglichen, Finanztransaktionen und Investitionen ohne klassische Bank durchzuführen.

Von dieser disruptiven Entwicklung sind auch Versicherungen betroffen. Hinzu kommt, dass das Vertrauen der Endverbraucher in die Finanzbranche dank der Krise in der Finanzwelt bröckelt. Verschärft wird dieser Vertrauensverlust außerdem durch gesellschaftliche und demografische Entwicklungen. So verursacht der Überalterungsprozess in Deutschland steigende Kosten mit direkter Wirkung auf die Renten. Doch wer trägt diese entstehenden Kosten? Bereits unter der Regierung von Bundeskanzler Gerhard Schröder hat die damalige Rürup-Kommission die Folgen verschiedener Varianten künftiger Rentenpolitik berechnet. Das Ergebnis war eindeutig: Bleibt alles, wie es ist, zahlt die junge Generation im Jahr 2040 exorbitant hohe Beiträge.

Daraufhin wurde der so genannte Nachhaltigkeitsfaktor eingeführt. Das bedeutet, das Rentenniveau wurde an die Zahl der Empfänger gekoppelt. Die junge Generation sollte damit entlastet werden, weil immer mehr Rentner von immer weniger Beitragszahlern getragen werden. Doch auch dieses Modell scheint mittlerweile nicht mehr tragfähig zu sein. Unternehmer und 5 Sterne Redner Sven Enger war 23 Jahre lang als Manager bei großen Versicherungskonzernen tätig. Er beobachtet die Entwicklung der Altersvorsorge und der Renten seit Jahren kritisch. Mit seinem Buch „Alt, arm und abgezockt“ und seinem gleichnamigen Vortrag sorgt der 5 Sterne Redner immer wieder für Aufsehen. Seiner Meinung nach ist die gesetzliche Rente schon lange nicht mehr sicher. Auch die privaten Altersvorsorgen stehen kurz vor dem Kollaps. Die Prognosen für die Renditen und Zinsen von Lebensversicherungen sind nach Auffassung des 5 Sterne Redners nicht mehr haltbar. „Meine Ausführungen möchte ich als Weckruf verstanden wissen, denn es gibt Alternativen zur klassischen Altersvorsorge“, sagt der 5 Sterne Redner Sven Enger.

Dass sich Alternativen durch die fortschreitende, technologische Entwicklung und durch neue disruptive Geschäftsmodelle auf dem Finanzsektor ergeben werden, dessen ist sich auch Engers 5 Sterne Redner-Kollege Stefan Jenzowsky sicher. Der Geschäftsführer von „2b AHEAD Ventures“, einer Tochtergesellschaft von Europas größtem Zukunftsinstitut „2b AHEAD“ beobachtet seit Jahren, dass durch Digitalisierung und KI neben vielen Bereichen in der Wirtschaft auch die gesamte Finanzbranche vor einem gewaltigen Umbruch steht. Für den 5 Sterne Redner ist es an der Zeit, dass in sehr traditionsgeprägten Branchen wie der Finanzwelt ebenfalls über kreative Disruption nachgedacht wird. Zum einen schützt das die Unternehmen vor Wettbewerbsdruck, der von außerhalb der Branche kommt und zum anderen eröffnet das Chancen für neue Geschäftsmodelle.

Fakt ist, neue digitale Wettbewerber wie FinTech-Konzerne sind strategische Treiber geworden und besetzen schon heute teilweise Kundenschnittstellen der klassischen Universalbanken. Dieser Prozess wird sich auf jeden Fall verschärfen. In seinem Vortrag „Kreative Disruption 2025 - Geschäftsmodelle der Zukunft“ beschreibt der Zukunftsforscher, wie die Zerstörung von Geschäftsmodellen funktioniert, welche Entwicklungen sich durchsetzen werden und welche Geschäftsmodelle für Investoren interessant sind. „Ohne kreative Disruption gibt es keine Weiterentwicklung“, äußert sich der 5 Sterne Redner Stefan Jenzowsky mit Blick auf die weitverbreitete konservative Haltung in der Finanzwelt.

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