Stimmexpertin Eva Loschky gibt Tipps für überzeugendes Sprechen

Stimmexpertin Eva Loschky gibt Tipps für überzeugendes Sprechen

Wer fit bleiben will, muss seinen Körper trainieren. Das weiß jeder. Doch wie schaut es mit der Stimme aus? Wir benötigen unsere Stimme nicht nur für Vorträge sondern tagtäglich, auch und gerade in den wichtigsten Situationen des Alltags. Und dennoch betreiben nur wenige Menschen gezieltes Stimmtraining. Das ist ein Fehler. Denn wenn wir sprechen, koordinieren wir für jeden Laut 60 Muskeln unseres Körpers. Gekonntes Sprechen ist Leistungssport! So wie der fitte Körper bewegt werden will, muss die überzeugende Stimme geschult und trainiert werden.

Ob beim Verhandeln, Präsentieren, bei Vorträgen oder beim Telefonieren: hier entscheiden Stimmlage und Sprechtechnik mehr über unsere Performance, als uns das bewusst ist. Das belegen viele wissenschaftliche Studien. Unser Publikum nimmt Stimme, Sprechweise, Ausstrahlung und Körpersprache viel genauer wahr als das, was wir inhaltlich tatsächlich sagen. Je größer Lebenserfahrung und Bildung des Publikums sind, desto wichtiger sind diese „soften“ Faktoren für einen überzeugenden Auftritt zum Beispiel bei einem Vortrag, in einem Meeting oder einer Verkaufspräsentation.

Die Stimme entscheidet also darüber, wie die Außenwelt den Redner wahrnimmt. Die Stimme macht den Auftritt eines Vortragsredners angenehm oder unangenehm, unverwechselbar oder austauschbar, charismatisch oder langweilig. Dementsprechend wichtig ist es, dass Redner und jeder der einen Vortrag hält, seine Stimme schult und sie gezielt für das eigene Auftreten nutzt. Deutschlands Stimmexpertin Eva Loschky gibt dazu folgende Stimmtipps, nicht nur für Profiredner:

Tipp 1. Bringen Sie Ihren Körper in Schwung:

Gehen Sie als Redner nie unaufgewärmt in eine wichtige Kommunikationssituation! Wenn Sie das tun, sind Sie wie ein Leistungssportler, der ohne Aufwärmphase in den Wettkampf geht – und das macht mit Grund niemand. Bringen Sie sich vor wichtigen Gesprächssituationen also gezielt in Schwung. Das machen übrigens auch professionelle Vortragsredner. Also: Gehen Sie vor der Präsentation einmal schnell um den Block. Oder federn Sie (z.B. in Ihrem Büro) so lange aus den Knien heraus, bis Körper und Atem richtig in Fahrt sind. Schütteln Sie sich dann von Kopf bis Fuß durch.

Diese Bewegung baut Ihre Stresshormone ab. Aber vor allem aktivieren Sie so Ihren Atem. Und das ist wichtig. Denn letztlich ist Ihre Stimme nichts als in Schallwellen umgewandelter Ausatem.

Tipp 2. Wecken Sie Ihre Stimme auf:

Der erste Eindruck eines Redners entscheidet ganz maßgeblich darüber, welches Verhältnis wir mit ihm entwickeln. Die Stimme ist in diesen ersten Sekunden des Kontaktes ganz besonders wichtig. Deshalb sollte Ihre Stimme sofort wach und präsent sein, wenn Sie jemandem gegenübertreten – ganz besonders dann, wenn Sie diese Person noch nicht kennen.

Wecken Sie also gezielt Ihre Stimme auf, nachdem Sie Ihren Atem in Schwung gebracht haben (Tipp 1). Wie machen Sie das? Ganz einfach: Sie spielen Rennfahrer:

  • Imitieren Sie ein paar Mal das „Brrrrrrrrrrrummmm“ des Rennwagens
  • Stellen Sie sich auf ein Bein und legen Sie sich beim „Brrrrrrrrrrrummmm“  in die Kurve. Wechseln  Sie das Bein für die andere Kurve!
  • Starten Sie in einer tiefen Tonlage und wechseln dann nach und nach in ganz verschiedene Tonhöhen.
  • Danach sprechen Sie mit weit geöffnetem entspannten Mund „Aha!Aha?Ah!“

Ihre Stimme ist jetzt aktiviert, sie ist voll da. Dann klingen die ersten Worte gleich ganz anders, als wenn Sie nach stundenlangem Schweigen im Büro direkt ins Meeting gehen. Ob Sie es glauben oder nicht: das macht einen großen Unterschied beim Gegenüber, egal ob im Gespräch mit einem Menschen oder beim Vortrag vor 1.000 oder mehr Zuhörern.

Tipp 3. Standpunkte sind hörbar:

Wer keinen Standpunkt hat, überzeugt nicht. Das gilt nicht nur inhaltlich, sondern auch körpersprachlich. Nur eine eindeutige Körpersprache, ein fester Standpunkt mit klangvoller  Stimme wirken souverän und überzeugen im Gespräch oder beim Vortrag. Entspannen Sie sich also, wenn Sie vor Ihrem Publikum, Ihren Mitarbeitern oder einer Festgesellschaft stehen. Denn zwanghaft durchgedrückte Knie, angespannter Po und hochgezogene Schultern führen dazu, dass das Publikum Ihre Anspannung wahrnimmt.

Wenn Sie souverän wirken wollen, nehmen Sie einen klaren Standpunkt ein. Lockern Sie bewusst Ihre Knie und verlagern Sie das Gewicht nach vorne auf die Fußballen. Atmen Sie aus und entspannen Sie anschließend achtsam Ihren Bauch und Ihren Po. Fangen Sie jetzt an zu reden. Voilà – Sie wirken als Redner standfest und sprechen kraftvoll - souverän!

Tipp 4. Sinn braucht Pausen:

Sie überzeugen am meisten dann, wenn Sie nicht reden. Ja, Sie haben richtig gehört. Sie überzeugen Ihr Publikum ganz besonders in Ihren Sprechpausen. Wer ohne Punkt und Komma spricht, begeistert niemanden. So sagen Sie zwar viel, aber beim Publikum bleibt vom Vortrag nichts hängen. Da hilft auch die schönste Sprechmelodie nicht weiter.

Sinn und Verständnis erschließen sich in kurzen Pausen zwischen den Sätzen. Gute Vortragsredner gönnen sich und ihren Zuhörern diese Pausen. Denn diese ermöglichen das Verarbeiten des Gehörten, wirken souverän und bauen Spannung auf. Gute Pausen gelingen wie von selbst, wenn Sie neugierig abwarten, welche Reaktionen auf Ihre Worte folgen. Probieren Sie es!

5. Sprechen Sie wie ein Italiener:

Wenn zwei Italiener sich in einer Bar wild gestikulierend die Ereignisse des letzten Tages erzählen, tun sie das mit kraftvoller, wohlklingender Stimme. Das überzeugt sogar dann, wenn man die Sprache nicht versteht. Steht ein Redner hingegen unbewegt, steif, mit hochgezogenen Schultern vor seinem Publikum, bleibt auch seine Stimme farblos und klangarm. Trauen Sie sich also zu gestikulieren, mit Händen und Füßen zu sprechen! Wie ein Italiener eben. Dann kommt durch die Körpersprache Energie in Ihre Stimme und Lebendigkeit in Ihr Sprechen.

Die Autorin:

5 Sterne Trainerin Eva Loschky ist Deutschlands Stimmexpertin – mehr Wissen zum Thema geht nicht. Die gelernte Sängerin und Schauspielerin vertiefte ihre Stimm-Expertise als Logopädin an der Poliklinik für Stimm- und Sprachkranke an der Freien Universität Berlin. Heute ist die erfolgreiche 5 Sterne Trainerin und Rednerin auch für Lehraufträge an namhaften Universitäten gefragt (Hochschule der Künste in Berlin, Universität Rostock, Steinbeis-Hochschule).

Öffentlich bekannt wurde Eva Loschky mit ihrem Bestseller „Gut klingen – gut ankommen“. Dort entwickelte sie die Loschky-Methode®, ein effizientes, alltagstaugliches, körperorientiertes Stimmtraining. Eva Loschky wird exklusiv von der Redneragentur 5 Sterne Redner vertreten und bereist heute den gesamten deutschsprachigen Raum als Vortragsrednerin zum Thema „Stimme“ und arbeitet als Trainerin und Coach in mittleren und großen Unternehmen.

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