extended-Interview mit Hirnforscher Dr. Boris Nikolai Konrad

Dr. Konrad erforscht die Geheimnisse und Fähigkeiten unseres Gehirns.

Zusätzlich zu ihrem Textbeitrag geben die 5 Sterne Redner in der neuen Ausgabe unseres exklusiven Kundenmagazins „extended – Wissen begeistert“ Antworten auf ungewöhnliche Fragen. In der heutigen Folge unserer Serie kommt Hirnforscher und Gedächtnistrainer Dr. Boris Nikolai Konrad zu Wort.

Der weltweit gefragte Gedächtnistrainer und Autor hat zu seinem Thema eine Expertise wie kein Zweiter. Als erfolgreicher Gedächtnissportler hält er selbst vier Guinness-Weltrekorde, als Neurowissenschaftler erforscht er Gedächtnisspitzenleistungen und als Redner vermittelt er seit Jahren in unterhaltsamen, aufregenden und interaktiven Vorträgen auf Deutsch und auf Englisch die besten Gedächtnistechniken. Auch in zahlreichen TV-Shows beeindruckt er sein Publikum. Seine Überzeugung: Jedes Gedächtnis lässt sich trainieren.

Welche Tat oder Leistung eines Menschen oder Teams hat Sie in jüngster Zeit am meisten beeindruckt?

Die Geburt unserer ersten Tochter war natürlich ein ganz besonderes Erlebnis. Meine Frau hat dies wunderbar gemeistert. Ich bin dankbar, dass ich dabei sein durfte, und froh, dass meine Rolle auf Händchen halten begrenzt geblieben ist. Zugleich ist es spannend, darüber nachzudenken, was im Laufe ihres Lebens möglicherweise alles passiert. Was wird sie über Roboter, Computer oder künstliche Intelligenz denken, wenn sie so alt ist wie ich es heute bin?

Ihr lustigstes/fröhlichstes Erlebnis bei einem Vortrag?

Ende letzten Jahres durfte ich in meiner Heimatstadt Hattingen eine Lesung zur Veröffentlichung meines zweiten Buches in der Stadtbibliothek geben. Diese war nicht nur restlos ausverkauft, sondern es waren unglaublich viele Freunde und Bekannte von mir da – und Familie natürlich auch. Selten war ich vorher so nervös, aber dann hatten wir zusammen unglaublich viel Spaß.

Ihr persönlich erlebtes Gegenstück zu Pep Guardiolas gerissener Hose?

Es ist mir tatsächlich mal passiert, dass ich ein Interview vergessen habe. Nur einmal. Dafür war es dann ein Live-Radiointerview – am frühen Morgen. Das Handy klingelte mich aus dem Schlaf, ich nahm noch leicht verstört im Pyjama ab und erschrak, als ich die Redakteurin hastig sagen hörte „Sorry für den späten Anruf, in wenigen Sekunden meldet sich der Moderator live on air – 3, 2, 1....“.

Sie haben die Gelegenheit, eine TV-Talkshow mit drei Prominenten zu gestalten. Wen laden Sie sich ein?

Ich würde gerne mal ausführlich mit dem oder der nächsten Bildungsminister/-in und einer führenden Figur aus der Start-up-Welt – vielleicht Elon Musk, das würde zumindest für Quote sorgen – diskutieren, wie mit einer Kombination aus moderner Technologie und wissenschaftlich erprobten Lerntechniken die Lernleistungen über alle Schulformen hinweg massiv gesteigert werden könnten.

Welche Musik haben Sie gerade im Ohr?

„I love my life” von Robbie Williams.

Welche Hausarbeit lieben Sie? Und welche schreckt Sie so richtig ab?

Zeit mit unserer Tochter verbringen, auch wenn Wickeln, Füttern und Saubermachen dazugehört. Bügeln bleibt „outgesourced“.

Wie stolz dürfen Sieger sein?

Wenn der Sieg aufgrund von Fleiß, Training und intelligenter Strategie errungen wurde, doch bitte sehr stolz! Wer dopt oder betrügt, dem nimmt die Angst, noch entdeckt zu werden, hoffentlich die Freude.

Was ist Ihr „special item“ im Dialog mit dem Publikum?

Unsere Fantasie! Egal ob ich nun über die menschliche Rolle in der künstlichen Intelligenz spreche oder als Gedächtniskünstler eingeladen bin, die Bilder, die in den Köpfen der Menschen entstehen, haben doch immer noch die größte Wirkung.

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