Der Politische Aschermittwoch der SPD und der Schulz-Effekt

Winfried Bürzle über den Schulz-Effekt. pixabay © CCO Public Domain1

Der Politische Aschermittwoch der SPD und der Schulz-Effekt

Der Politische Aschermittwoch der SPD mit Kanzlerkandidat Martin Schulz: Da hüpften die Genossen vor Freude, da floss die Maß so schnell die Kehlen hinunter wie seit vielen Jahren nicht mehr, da wurde eingestimmt in nicht enden wollende „Martin-Martin-Martin“-Rufe. Dazu mit 5000 Besuchern im Bierzelt in Vilshofen mehr als die CSU in der Passauer Nibelungenhalle. Balsam für die geschundene SPD-Seele nach vielen Jahren im Schatten der scheinbar gottgewollt übermächtigen CSU.

Was war passiert? Nichts anderes als die Fortsetzung des „Schulz-Effektes“. Jener Effekt, den Comedyredner Winfried Bürzle in seiner Rhetorikshow SPRECHSCHADEN immer wieder anspricht und den uns bereits der Volksmund gelehrt hat: Nicht so sehr auf das WAS, auf das WIE kommt es an!

Diese Erkenntnis hat Martin Schulz, Kanzlerkandidat der SPD, verinnerlicht und spielt diesen Trumpf auch beeindruckend aus. „In Vilshofen musste er nicht mal mehr große Verbalattacken fahren. Seinen Nimbus hat er bereits bei seinem ersten großen Auftritt bei Anne Will im Januar begründet“, analysiert Kommunikationsprofi und Journalist Winfried Bürzle.

Keine einzige neue Argumentation, keine großen inhaltlichen Ziele, keine Vision, einfach nichts, was Schulz von sich gab. Laut Comedyredner Bürzle war es einfach nur dieser entschlossen in die bundesdeutschen Wohnzimmer hineingebrüllte Satz, dass er Kanzler werden möchte. Und ganz unbescheiden bekräftigte er: „Ich bin gefühlt und faktisch der beste Kandidat“. „Was für eine Lehrstunde in Populismus“, schrieb die FAZ.

Und die Zeitung hat Recht, sagt Kommunikationsprofi Bürzle. „Das ist Populismus pur, was Schulz da macht.“ Aber das ist es eben nicht nur: Es ist die Kunst der Rede, die Kunst des öffentlichen Auftritts, die Schulz beherrscht. Die Einfachheit und zugleich Klarheit seiner Sätze. Die expressive Stimmführung, die offene, ja manchmal fast schon angriffslustige Körperhaltung. Über die Rhetorik hinaus ist es wohl auch der forsche Abschied von gesellschaftlichen Gepflogenheiten, die Schulz‘ Erfolg ausmachen. Nicht darauf warten, dass andere ihn vorschlagen. Nein, „ich will Kanzler werden“.

Nicht alle Eigenschaften von Schulz goutiert Winfried Bürzle. Der Sprachexperte will den Zuhörern in seinen Comedyvorträgen vermitteln, welche Kunst hinter guter Rhetorik steckt. Als Angebot für all jene, die es nicht schaffen, ihren wunderbaren Inhalten auch die nötige Bühne zu schenken. „Diese Bühne aber ist ein Muss, um heutzutage wahrgenommen zu werden“, sagt der 5 Sterne Redner.

In seinen Rhetorikshows REDEN WIE DER PROFI und SPRECHSCHADEN analysiert Bürzle mit viel Witz und Verstand die Stärken und Schwächen der wirklichen und auch der sogenannten Profis aus Wirtschaft, Sport, Politik und Gesellschaft. In außergewöhnlich unterhaltsamer Weise vermittelt er so das nötige Knowhow für Auftritte vor Mitarbeitern, Kollegen, Analysten, Konkurrenten oder Partnern.

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