Trendindex von Zukunftsforscher Carl: Schwierige Zeiten für HR

Zukunftsforscher Michael Carl.

Der 2b AHEAD ThinkTank hat vor kurzem anlässlich des Enabling Transformation-Kongresses den TrendIndex für die zweite Jahreshälfte 2017 vorgestellt. Mit einem Wert von 145 beschreibt der Index die Stimmung gegenüber Trends und Innovationen im deutschsprachigen Raum als sehr positiv. Die Innovationsbudgets und –teams in den Unternehmen wachsen. Ein TrendIndex-Wert von 100 entspräche konstanten Innovationsbudgets und Teamgrößen. Grundlage der regelmäßigen Untersuchung bildet eine Befragung eines Panels mit 166 Experten der deutschsprachigen Wirtschaft.

Leiter der Untersuchungen ist der Zukunftsforscher und Managing Director Research & Consulting des 2b AHEAD ThinkTank Michael Carl. Zu den Ergebnissen der Untersuchung sagte der 5 Sterne Redner: „Die Trendthemen der Big-Data-Analysen und predictive analytics für ein besseres Kundenverständnis bleiben branchenübergreifend von höchster Relevanz.“ Dabei verschiebt sich der Schwerpunkt der Innovation in den Unternehmen: „Jedes achte Unternehmen konzentriert sich inzwischen auf disruptive Innovationen und will einen grundlegenden Wandel auf den eigenen Märkten herbeiführen“, so Michael Carl. „Das ist eine prägende Minderheit. 75 Prozent der Unternehmen investieren ausschließlich in inkrementelle Innovationen. Sie stehen einem tiefgreifenden Wandel der eigenen Branche möglicherweise unvorbereitet gegenüber.“

Die Untersuchungen zeigten auch, dass HR sich am Scheideweg befindet. Gut drei Viertel der Befragten erwarten einen starken Einfluss von Systemen künstlicher Intelligenz auf die HR, besonders in den Bereichen der Personalgewinnung und Kompetenzentwicklung. Zukunftsforscher Michael Carl dazu: „Die Experten erwarten den Nutzen künstlicher Intelligenz also gerade dort, wo es um die laufende Einschätzung der Person des einzelnen Mitarbeiters geht. In diesem klassischen Feld von Personalentwicklungsexperten wird die Technologie dem Menschen überlegen sein.“ Zusätzlich drückte mehr als die Hälfte der Teilnehmer die Erwartung aus, dass die HR-Abteilung 2027 keine Leistung mehr erbringen wird, die keine andere Abteilung leisten kann. Der 5 Sterne Redner folgert daraus: „HR-Arbeit ist nicht mehr einzigartig. Aus dieser Perspektive verliert HR jedes Alleinstellungsmerkmal.“

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