Facebooks ‚Libra‘ ist gescheitert – und doch zukunftsweisend

Zukunftsforscher Michael Carl. © Sabine von Bassewitz2

Facebook wollte mit der Kryptowährung ‚Libra‘ eine eigene digitale Währung auf den Markt bringen. Dazu sollte die Blockchain-Technologie genutzt werden, wie sie ähnlich auch bei Bitcoin zum Einsatz kommt. Nachdem bedeutende Partner wie Ebay, Visa und Mastercard aus dem Projekt ausgestiegen waren, ist „Libra“ nun auch in Washington vor den Finanzministern und Notenbankchef der führenden Wirtschafsnationen gescheitert. Der deutsche Bundesfinanzminister Olaf Scholz sagte gegenüber ‚Zeit online‘ dazu, „dass die Herausgabe einer Währung eine Angelegenheit von Staaten bleibt, nicht großer privaten Firmen.“

Trotz der anhaltenden Abneigung der Politik gegenüber Kryptowährung, sollte ‚Libra‘ mindestens ein Weckruf sein. Davon ist auch Zukunftsforscher und 5 Sterne Redner Michael Carl überzeugt: „Ob Libra tatsächlich gescheitert ist oder Facebook doch noch einen Weg findet, die eigene Währung auf den Markt zu bringen, ist hier nicht die Kernfrage. Blockchain-basierte Währungen werden kommen - und sind ja auch schon da. Wenn heute die Finanzminister und Notenbankchefs immer wieder hervorheben, nur Staaten dürften Währungen herausgeben und so etwas wie Libra sei überhaupt nicht genehmigungsfähig, dann ist das vor allem eins: Das sprichwörtliche Pfeifen im Walde.“

Das Scheitern von Facebooks ‚Libra‘ wird den Wirbel um Kryptowährungen nicht beenden, sondern im Gegenteil befördern. Denn diese Diskussionen zeigen, welche Bedeutung Kryptowährungen bereits jetzt in der Finanzwelt haben. Diese Entwicklungen beobachtet der Zukunftsforscher Michael Carl schon seit geraumer Zeit und untersucht künftige Entwicklungen des Finanzmarktes. In seinem Vortrag „Banken und die Zukunft des Geldes“ bereitet er das Publikum auf die Veränderungen in der Bankenwelt vor und zeichnet ein Big Picture weit über die Banken hinaus. Denn im Zuge der Digitalisierung steht der gesamten Finanzbranche ein Umbruch bevor.

„Mehrere Milliarden Menschen haben keinen selbstverständlichen Zugang zu Finanzdienstleistungen. Dort entsteht die Dynamik für neue digitale Währungen, nicht im saturierten Europa. Wo immer diese Währungen auch noch in ein weltumspannendes Netzwerk integriert sind und so den internationalen Direktvertrieb auch kleinster Anbieter erleichtern, wird die Nutzung kaum zu verhindern und der Erfolg kaum aufzuhalten sein,“ sagt der Zukunftsforscher. „Spannender als die Ablehnung von Libra ist die Frage, wann staatliche Institutionen diese Marktlücke erkennen und hier selbst aktiv werden.“

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