Die unverzichtbare Generation 50plus

Die unverzichtbare Generation 50plus

Fachartikel von 5 Sterne Redner Alexander Wild in Wissen + Karriere:

Von Vorkriegskindern über Alt-68er bis zu Babyboomern. Wissen Sie noch? Als Sie in die Schule kamen, fanden Sie Ihre Lehrerin ziemlich alt. Dabei war sie wahrscheinlich keine 30. Als Sie pubertierten, betrachteten Sie Ihre Eltern vermutlich als hoffnungslos von vorgestern. Und in Ihrem ersten Job begegneten Sie dem 40-jähri gen Abteilungsleiter mit dem angemessenen Respekt vor dem Alter. – Alter ist relativ.

Bei uns leben heute 34 Millionen Menschen, die 50 Jahre und älter sind; im Jahr 2020 werden es etwa 38 Millionen sein. Lange ignoriert, sind die Älteren heute ein Top-Thema: Dabei kennen wir die vor Spiegelaffäre und Rolling Stones Gebore nen nicht wirklich gut. Schon bei der Bezeich nung herrscht Verwirrung: 50plus? Best Ager? Senioren? Kann man Senioren „Senioren“ nennen? Die letzte Antwort ist einfach: NEIN! Höchstens, wenn sie über 70 sind.

Neu ist heute das Thema „Ältere Arbeitnehmer“ (von älteren Arbeitgebern ist nicht die Rede). Um das Jahr 2000 lag das tatsächliche Rentenein - tritt salter bei etwa 60 Jahren. Und obwohl viele dieser Menschen um die Welt reisen, Marathon laufen, Fremdsprachen lernen oder ehrenamtlich Jungunternehmer fördern, haben wir sie im Geiste zum Alteisen geworfen. Selbsternannte Seniorenschützer erklären, dass weitere Arbeitsjahre für 65-Jährige unzumutbar seien und verübeln das prompte Angebot eines Rollators für den Weg vom Schreibtisch zur Kantine.

Tatsächlich erreichen im Jahr 2015 täglich mehr als 2.700 Menschen den 65. Geburtstag und werden spätestens dann Rentner – Tendenz stark steigend. Gleichzeitig feiern täglich nur etwa 2.200 junge Menschen den 21. Geburtstag – Tendenz fallend. Damit die „Graue Revolution“ gelingt, müssen wir die erfahrenen 50- bis 65-Jährigen als unverzichtbare Titanen im Arbeitsleben halten.

Den Original-Presseartikel können Sie in der PDF-Datei unterhalb einsehen.

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