Diversity ist ein wichtiges Argument im Kampf um Bewerber

Weltumseglerin Stefanie Voss

Unternehmen müssen immer kreativer werden, um Fachkräfte für sich zu begeistern. Dazu zählt auch eine attraktive Darstellung quer durch den Stellenausschreibungsmix. Schon längst sind neben Gehalt oder Dienstwagen auch der wöchentliche Obstkorb oder der Fußballkickertisch nicht mehr die Faktoren, die Bewerber überzeugen. Stattdessen spielen Werte und Ziele eines Unternehmens bei künftigen, aber auch bei bestehenden Mitarbeitern eine immer größere Rolle. Werden diese Werte von den Kollegen geteilt, so erhöht das die Bindungskraft und die Attraktivität des Unternehmens. Die Voraussetzung dafür ist aber, dass Firmen wissen, was sie interessant macht. Wenn das klar ist, sollte das entsprechend kommuniziert werden.

Diversity ist in jüngster Vergangenheit zu einem Argument geworden, das Bewerber anspricht. Zahlreiche Untersuchungen haben gezeigt, dass Unternehmen durch Diversity profitieren, weil diverse Teams bessere Ergebnisse liefern. Dabei dürfen Diversität und Chancengleichheit nicht nur Mittel zum Zweck sein, sondern müssen wirklich gelebt werden. Der Schlüssel hierfür lautet Diversity Management. Gerade Millenials fühlen sich durch bunte Teams angesprochen, aber sie merken auch schnell, ob die kommunizierten Werte mit der Realität übereinstimmen oder nicht. Sind sie enttäuscht oder fühlen sich vorgeführt, sind die neuen Bewerber schnell wieder weg. Für die Kommunikation und die Unternehmenskultur gilt also, unbedingt authentisch zu bleiben.

5 Sterne Rednerin und ehemalige Topmanagerin Stefanie Voss beschäftigt sich schon seit geraumer Zeit mit dem Thema Diversity in Gesellschaft und in Unternehmen. Für sie steht fest, Diversity ist eine der entscheidenden Antworten auf die künftigen Personalfragen. Natürlich sind noch nicht alle Branchen vom Fachkräftemangel betroffen. Das muss man noch differenziert betrachten. Momentan ist das vorwiegend ein Thema in der Pharma- und Chemieindustrie, bei IT-Fachleuten, bei einigen technischen Berufen, im Bereich der Pflege und natürlich bei Firmen im ländlichen Raum. Aber je mehr Menschen in den Ruhestand gehen, desto offensichtlicher wird der demografische Effekt. Und das ist noch nicht alles: Der Fachkräftemangel wird sich ebenso in Branchen zeigen, die diese Sorgen momentan noch nicht haben. Schon jetzt sollte jeder nach sinnvollen Alternativen in seiner Personalplanung suchen.

„Bisher setzen Firmen vorwiegend auf die ‚bewährte’ Formel: weiße, heterosexuelle Männer mittleren Alters. Doch vor den nicht mehr wegzudiskutierenden Fakten müssen sich die Personalverantwortlichen fragen, wie sieht eine zukunftsorientierte Personalpolitik aus?“, äußert sich Stefanie Voss nachdenklich. Nach ihrer Überzeugung müssen Unternehmen wesentlich stärker auf Menschen setzen, die bisher nur bedingt oder gar nicht in der Personalplanung berücksichtigt wurden. Dafür hat aber ein Umdenken auf breiter Front zu erfolgen. „Nachgewiesenermaßen profitieren Unternehmen davon, wenn sie auf eine heterogene Belegschaft setzen - auf Diversity also. Künftig gilt, je bunter, desto kreativer und besser. Menschen mit Migrationshintergrund bewegen sich häufig zwischen verschiedenen Kulturen, beherrschen mehr als nur eine Sprache und sind oft flexibel. Das ist vielen Verantwortlichen in der Wirtschaft noch nicht so bewusst“, sagt die 5 Sterne Rednerin.

Für die ehemalige Topmanagerin ist es selbstverständlich, dass Frauen in diese Betrachtung miteinbezogen werden. Vielversprechende Anzeichen gibt es bereits, aber es ist noch viel zu tun. „Beide Gruppen, Frauen wie Menschen mit Migrationshintergrund nehmen Dinge oft anders wahr und haben andere Lösungsansätze als ihre weißen, männlichen Kollegen“, fügt die Expertin für Gendering hinzu. Mit Blick auf die gesamte Wirtschaft sagt Voss weiter: „Leider herrscht das Festhalten an alten Regeln und Gewohnheiten vor. Doch es gibt vermehrt Unternehmen, die bereits Diversity-Manager einsetzen und entsprechende Kampagnen in der Personalpolitik umsetzen.“ Dabei bezieht sich die ehemalige Topmanagerin auf eigene Erfahrungen, denn bunt gemischte Teams eröffnen viele ungeahnte Möglichkeiten trotz der Herausforderungen durch Sprache, Herkunft, Kultur und Geschlecht. Nach Auffassung der 5 Sterne Rednerin geht es bei dieser Thematik darum, offen und kreativ zu sein, um die wertvollen Potenziale sinnvoll und zielführend zu nutzen. „Bei Diversity geht es zuallererst um rote Linien! Wir müssen unsere fest zementierten Komfortzonen immer wieder verlassen, wenn wir Vielfalt wirklich leben wollen“, so 5 Sterne Rednerin Stefanie Voss.

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