Bitcoin & Blockchain: Michael Carl über Finanztechnologien der Zukunft

Zukunftsforscher Michael Carl.

Das Thema Blockchain und die eng damit verbundene Internet-Währung Bitcoin sind derzeit in aller Munde, doch gelten sie als höchst umstritten. Genauso wie manche diese Technologien regelrecht hypen, warnen andere wiederum vor deren Gefahren. 5 Sterne Redner und Zukunftsforscher Michael Carl weiß, was dran ist an den vielen Spekulationen über die digitalen Transaktionssysteme.

Denn erst vor kurzem hat der Managing Director Research & Consulting bei 2b AHEAD ThinkTank eine Trendstudie zur Zukunft der Banken geleitet, worüber er als erfahrener Referent und Keynote Speaker auch in einem richtungsweisenden Vortrag spricht. In den veröffentlichten Ergebnissen der Forschungsarbeit spielen ebenfalls Blockchains eine zentrale Rolle. Denn die Technologien dahinter könnten Banken und andere Finanzdienstleistungen überflüssig machen. Doch wie funktionieren Blockchains überhaupt?

Michael Carl vergleicht eine Blockchain mit einem Kassenbuch, in dem in einer Datenbank der Reihe nach alle Transaktionen eingetragen werden. Ähnlich einer Kette (=chain) wird diese fortwährend um Datenblöcke (=blocks) erweitert. „Was dabei fehlt, ist eine zentrale Kontrollinstanz, zum Beispiel eine Bank“, erklärt der Zukunftsforscher. „Vielmehr liegt die Kontrolle in der Hand einer Vielzahl von Internetnutzern.“

Hinzu kommt, dass alle Daten einer Blockchain nicht auf einem zentralen Server gespeichert werden, sondern auf vielen Rechnern gleichzeitig und dort nach jeder Transaktion aktualisiert werden. Sie gelten daher als so gut wie fälschungssicher. Michael Carl ergänzt: „Über eine Blockchain lassen sich Transaktionen schneller, kostengünstiger und einfacher abwickeln.“ Sie könnten daher Banken als Mittelsmänner bei Transaktionen ersetzen. Doch nicht immer geht es um finanzielle Transaktionen. Die Möglichkeiten einer Blockchain sind vielseitig, ihre Technologie ist auch für andere Datensätze einsetzbar, zum Beispiel für das Abschließen von Online-Verträgen oder den sicheren Austausch von Arbeitsdokumenten.

Oft in einem Atemzug gemeinsam mit Blockchains genannt wird der Bitcoin. Bei dieser Digitalwährung handelt es sich um die bekannteste und auch älteste, etablierte Blockchain-Anwendung. Derzeit wird fast jeden Tag ein neuer Höchststand vermeldet. Kritiker warnen vor einer Spekulationsblase. Der US-amerikanische Star-Ökonom Joseph Stiglitz, 2001 mit dem Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet, fordert sogar ein Verbot von Bitcoins. Für ihn seien Digitalwährungen ohne sinnvolle Funktion und daher zu untersagen. Michael Carl hat dazu eine ganz andere Meinung: „Bitcoins zu verbieten ist etwa so realistisch wie das Internet schließen zu wollen.“

„Selbstverständlich: Nach den Maßstäben klassischer Währungen sind Bitcoins und die zahlreichen weiteren Digitalwährungen spekulativ und unsicher, da nicht formell reguliert“, sagt der 5 Sterne Redner. Wer Innovationen an den Kriterien des Bisherigen misst, steht in der Gefahr, das Potenzial des Neuen zu übersehen. „Diese Diskussion führt in eine Sackgasse. Fokussieren wir uns eher auf die Chancen, die Digitalwährungen eröffnen, beim Management von Verträgen und einem neuen Umgang mit persönlichen Daten.“

Eine ausführliche Analyse der Entwicklungen rund um Blockchain-Lösungen finden Interessierte in der Trendstudie „Die Zukunft des geistigen Eigentums“.

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