Anselm Bilgri

Beruf/Tätigkeit:
Theologe
Fachgebiete/e:
Werteorientierte Unternehmensführung, Wirtschaftsethik
Sprachen:
Deutsch

"Geld unterliegt im Laufe unseres Lebens der Inflation, der Wert der Zeit dagegen steigt. Wer rechtzeitig umwechselt, gewinnt."

Von den altehrwürdigen, jahrhundertealten Klostermauern zur modernen Gesellschaft und Wirtschaftswelt: Anselm Bilgri gelingt es, in seinen Vorträgen neue Perspektiven auf alte Werte aufzuzeigen. Der ehemalige Benediktinermönch und Träger des Bundesverdienstkreuzes schlägt dazu als faszinierender Redner einen Bogen von Philosophie und Religion zu Führungsethik, Unternehmenskultur, Werten und Work-Life-Balance.

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Jutta Kraft - VOLLACK

„Am vergangenen Samstag konnten wir Pater Anselm Bilgri erleben – eine grandiose Persönlichkeit, die uns viel Gedankengut mit auf den Weg gegeben hat. Es war eine interessante Veranstaltung in schönem Rahmen und ich hoffe, dass Pater Bilgri sich bei uns wohl gefühlt hat. Bitte richten Sie ihm nochmals meinen Dank und meine herzlichsten Grüße aus.”

Vorträge von Anselm Bilgri

Wie kann der Mensch in der Moderne zum Wesentlichen vordringen

Allzuoft verstellen Denkweisen und Ansichten, die wir von anderen bzw. von außen vermittelt bekommen und leichtfertig übernehmen, den Blick auf das Eigentliche. Religion und Philosophie können diesen Blick auf das Denken und das daraus folgende Handeln schärfen. Das Wesentliche besteht in dem, was bleibt, es ist das, was den Wesenskern des Menschen ausmacht. 

Führen mit Achtsamkeit – Nachhaltiger Erfolg durch Werteorientierung

Entscheidend für alles, was in Unternehmen geschieht, ist das Handeln der Menschen. Dieses wird durch eine innere Haltung bestimmt, die die Bereitschaft zur eigenen Veränderung, Aufgeschlossenheit zu Neuem, die Fähigkeit Dinge aus verschieden Blickwinkeln zu betrachten, den Verzicht auf Voreingenommenheit, Offenheit für andere Wirklichkeiten und vor allem Achtsamkeit und Achtung vor dem Anderen besitzt.

Die Benediktsregel als Richtschnur unternehmerischen Handelns

Die 1500 Jahre alte Ordensregel Benedikts dient als Leitfaden für eine werteorientierte Unternehmensführung. Bereits der berühmte Satz Ora et labora macht deutlich, dass Arbeit als wesentlicher Bestandteil eines erfüllten und sinnvollen Lebens gesehen wird. 

Der Mensch im Mittelpunkt

Vom griechischen Philosophen Protagoras stammt der Ausspruch „Der Mensch ist das Maß aller Dinge.“ Dieser Satz gewinnt immer mehr an Bedeutung für die optimale Führung von Organisationen. Inzwischen reift die Überzeugung, dass nach allen Kostensenkungsprogrammen, Prozessoptimierungen und Strategieentwicklungen immer wieder der Mensch als unverrückbarer Erfolgsfaktor verbleibt und mit einer alleinigen Ausrichtung an Kennzahlen die Herausforderungen der modernen Wirtschaft nicht zu bewältigen sind.

Herzensbildung: Zwischen Wissensdurst und Leistungsdruck

Wir leben in einer Zeit, in der jede Sekunde zählt - Zeit ist bekanntlich Geld -, in der auf Zahlen, Formeln und Fakten beharrt und der Erfolg rein materiell gemessen wird. In dieser Welt ist Wissen Macht, weil es jederzeit gemessen und abgerufen werden kann. Zwischen dem stetigen Wissensdurst und zunehmenden Leistungsdruck gerät ein für den Menschen sehr wichtiges Bildungsideal in Vergessenheit: die Herzensbildung.

Ora et labora – Balance von Arbeit und Leben

Immer wieder gerät der Mensch in unserer modernen westlichen Gesellschaft auf dem Schwebebalken zwischen Arbeit und Leben ins Wanken. Oft fühlen sich Führungskräfte verschiedenster Organisationen wie im Hamsterrad, aus dem sie nicht mehr aussteigen können und nicht mehr fähig sind, aus sicherer Distanz auf sich selbst und ihre Arbeit einen kritischen Blick zu werfen. Mit dem Bild des Hamsterrades verbindet sich diese schicksalsergebende Dauerschleife, in der man in einer Art Tunnelblick auf das immer gleich weit entfernte Ziel starrt.

Werte in Wirtschaft und Gesellschaft

Die Welt befindet sich im Wandel. Nicht nur Wirtschaft und Technologien entwickeln sich immer weiter, sondern damit auch ihre gesellschaftlichen Werte. Viele sprechen sogar von einem Verfall der Werte, da seit dem säkularen Wandel traditionelle Wertevermittler wie etwa die Kirche zunehmend an allgemeiner Akzeptanz verlieren. In der modernen Welt werden Pflicht- und Sollwerte von Selbstverwirklichungswerten ersetzt und individuelle Freiheit zum zentralen Leitgedanken.

Profil

Anselm Bilgri trat 1975 als Theologe in die Benediktinerabtei Sankt Bonifaz in München und Andechs ein. In München, Rom und Passau studierte er Philosophie und Theologie, wurde 1980 von Kardinal Joseph Ratzinger zum Priester geweiht. Innerhalb des Mönchsordens stieg er bis zum Prior und Cellerar auf. In dieser Position verhalf er dem Kloster Andechs zu einem international bekannten Ruf, indem er erfolgreich die Wirtschaftsbetriebe des Klosters Andechs leitete, darunter eine der größten Klosterbrauereien Deutschland. Zudem rief er das Musikfestival „Orff in Andechs“ ins Leben, das sich bis heute hin zu einer renommierten, überregional wirkenden Kulturveranstaltung entwickelt hat.

Nach 29 Jahren als Mönch entschied sich Anselm Bilgri, 2004 aus dem Benediktinerordnen auszuscheiden und gründete daraufhin ein Beratungsunternehmen für Unternehmenskultur in München. Dieses übergab er 2008 schließlich in die Hände seiner Mitgesellschafter, um sich neue Freiräume für seine Tätigkeit als Redner, Autor und Ratgeber zu schaffen. Heute ist er Gesellschafter der 2013 mitgegründeten „Akademie der Muße“. Diese Bildungseinrichtung veranstaltet Seminare, Workshops und Vorträge zum Thema Werte, um Menschen bei der Entschleunigung des Lebens zu unterstützen, ihnen zu mehr Achtsamkeit zu verhelfen und so Burn-Out-Prävention zu leisten.

Anselm Bilgri hat zahlreiche Ratgeberbücher in renommierten Verlagen wie Piper oder Knaur veröffentlicht, darunter Bestseller wie „Entrümple Deinen Geist“, „Vom Glück der Muße“, „Finde das rechte Maß“. Daneben lehrt er als Dozent an der Hochschule München und ist gefragter Interviewpartner für Presse und Fernsehen.

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